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Stiftung Wings of Hope
Aktuelles
22.03.2022
Freunde und Ehrenamtliche,
liebe Interessierte an der TRAUMAarbeit,
im ersten Newsletter dieses Jahres hatten wir Ihnen unsere Angebote für das Jahr 2022 vorgestellt und wir freuen uns, dass es schon erste Reaktionen und Anmeldungen gibt. In dieser Ausgabe nehmen wir Bezug zu unserem Schwerpunkt im November - kollektive Traumata.

Damals konnten wir nicht ahnen, wie aktuell dieses Thema auch für unsere Gesellschaft in Deutschland sein wird. Wir alle sind sehr besorgt, was sich ganz in unserer geographischen Nähe abspielt. Für alle ist es sicht- und spürbar, was unter kollektivem Trauma zu verstehen ist: Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein für ganze Gruppen.

Der Bedarf zum Austausch ist groß. Wings of Hope ist Ansprechpartner für Interessierte und für Fachleute - und hier verweisen wir auf unsere Fachkonferenz im November, zu der Sie hier mehr finden. Und wir bieten einen Online-Vortrag im April für Helfer:innen an:
„Als ehrenamtliche Helfer:innen Geflüchtete traumasensibel unterstützen und selbst stabil bleiben“
Seit über vier Wochen gibt es einen schrecklichen Krieg in der Ukraine, welcher große Gewalt, Zerstörung, Angst und Verzweiflung über die Menschen bringt. Viele, vor allem Frauen und Kinder mussten deshalb fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen. In all dem Schrecken ist es allerdings etwas Besonderes und bewundernswert, wie die Geflüchteten in Europa, so auch in Deutschland, von vielen engagierten, unermüdlichen, ehrenamtlichen Helfer:innen mit Herz begrüßt und unterstützt werden. Sie sind oft die Ersten, die den Menschen begegnen, ihnen das Nötigste reichen, sie auffangen und ihnen ein Stückchen Hoffnung geben. Sie sind auch jene, die hautnah das große Leid, die Angst oder die Benommenheit der Geflüchteten spüren und irgendwie damit umgehen müssen.

Wir möchten diesen Ehrenamtlichen durch unser Wissen über Traumata helfen, besser einordnen zu können, was den Geflüchteten jetzt gut tut, was traumatische Erfahrungen in Menschen auslösen, welche Symptome entstehen können und wie sie selbst als Helfer:innen es schaffen, stabil zu bleiben und sich auch ebenfalls Gutes zu tun.

Deshalb laden wir ehrenamtliche Helfer:innen am Dienstag, 12. April 2022 von 18:00 bis 19:30 Uhr zu einem kostenlosen Online-Vortrag zum Thema: „Als ehrenamtliche Helfer:innen Geflüchtete traumasensibel unterstützen und selbst stabil bleiben“ herzlich ein.

Wenn Sie persönlich oder jemand den Sie kennen, Interesse haben dabei zu sein, dann melden Sie sich an unter: fortbildung@wings-of-hope.de - Stichwort „Ehrenamtliche helfen Geflüchtete". Diese Einladung darf gerne weitergeleitet werden.

Vorbereitung der Sommerakademie für interkulturellen Dialog 2022 
SAiD Vorbereitung
Das internationale achtköpfige Leitungsteam der Sommerakademie für interkulturellen Dialog traf sich am Wochenende vom 11.-13. März 2022 zur Vorbereitung der diesjährigen Sommerakademie, die vom 14.-28. August in Ruhpolding stattfinden soll. Pandemiebedingt konnte die Sommerakademie in den vergangenen zwei Jahren nur einmalig als eintägige Online-Veranstaltung stattfinden, umso größer ist die Freude, dass die Durchführung in diesem Jahr in Präsenz realistisch erscheint. 
Die "Summer Academy for Intercultural Dialogue 2022" fördert 25 junge Menschen aus Bosnien und Herzegowina, Palästina, Israel, Kurdistan-Irak und Deutschland als Multiplikator:innen für Frieden, Toleranz und Versöhnung. Sie bietet ihnen jenseits von ethnischen und religiösen Konflikten in den Herkunftsländern den Rahmen, Wege aus dem Trauma der Gewalt zu finden. Auf der Sommerakademie lernen die Teilnehmer:innen gemeinsam, wie man einen Beitrag zum Aufbau demokratischer Gesellschaften und zur Überwindung von Hass, Intoleranz, Gewalt und Unrecht leisten kann.

Das Konzept der Sommerakademie wurde seit der ersten Durchführung dieses jährlich stattfindenden Projekts im Jahr 2007 weiterentwickelt, angepasst und erweitert und hat sich bewährt. Die Vor- und Nachbereitung haben wir genutzt, um die Entwicklungen in den jeweiligen Ländern und die Bedürfnisse und Wünsche der Teilnehmer:innen aufzugreifen, die bereits in den von uns begleiteten Jugendnetzwerken aktiv sind. So auch dieses Mal. Die Teammitglieder haben von der Arbeit in den lokalen Jugendnetzwerken und auch von den Entwicklungen in den Ländern erzählt, die als Grundlage für die Zusammenstellung des Programms dienen.

Beim Vorbereitungstreffen blickten wir gemeinsam zurück auf die politischen, sozialen und gesellschaftlichen Konflikte und Herausforderungen in den einzelnen Ländern, die teilweise durch die Pandemie verstärkt wurden. Vor diesem Hintergrund fragten wir uns als Team, wie der Austausch und die gemeinsame Arbeit in zwei Wochen Sommerakademie gestaltet werden können, sodass wir gleichzeitig die Teilnehmer:innen unterstützen und von ihnen auch lernen können.

Die Bewerbungs- und Gruppenvorbereitungsphase beginnt Ende März. Welche Punkte sollten unbedingt in den von den Teilnehmer:innen vorbereiteten Länderpräsentation thematisiert und vorgestellt werden? Wie sollen die Entwicklungen in den Ländern in den Workshops zu Traumata und Erinnerungskultur gemeinsam bearbeitet werden? Wie können die Teilnehmer:innen voneinander lernen, sich auch über Grenzen hinweg gegenseitig auch nach der Sommerakademie zu vernetzen und wie ihre eigenen Ressourcen mobilisieren? Basierend auf diesen Überlegungen hat das Team ein intensives, abwechslungsreiches und inspirierendes Programm für die Sommerakademie zusammengestellt. Diese wird im August dieses Jahres unter dem Motto "Diversity is our Common Ground" stattfinden. “Die Mitglieder des Jugendnetzwerks können es kaum abwarten, sich nach einer zweijährigen Pause wieder zu vernetzen und an einem internationalen Programm teilzunehmen”, sagte die Koordinatorin des Jugendnetzwerks in Bosnien und Herzegowina. Mehr zur Sommerakademie finden Sie auf unserer Website.

Für die Teilnahme an der Sommerakademie als Teil der deutschen Gruppe können sich Interessierte hier bewerben.

Atran Youkhana

Die Welt ist nicht mehr dieselbe, nichts ist mehr wie zuvor
Kollektive Traumata - kollektive Resilienz
„Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor“, so sagte Bundeskanzler Olaf Scholz in einer Rede vor dem Bundestag am 27.02.2022 zum Krieg in der Ukraine.

Nichts ist mehr, wie es vorher war, so beschreiben auch häufig Betroffene die traumatische Erfahrung.

Der Krieg in der Ukraine hält uns alle in den letzten Wochen in Atem. Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit sind zu spüren. Auch hier werden viele Menschen durch die Bilder des Krieges an eigene Erfahrungen mit Krieg und Gewalt erinnert. Viele Menschen aus der Ukraine suchen Zuflucht bei uns und es ist beeindruckend zu sehen, wie groß die Hilfsbereitschaft ist.

„Entscheidend ist nicht unbedingt, wie schlimm die Erfahrung war, die jemand gemacht hat, die wir für die eigentliche traumatische Sequenz halten, sondern es kann viel entscheidender sein, wie es danach weitergeht“ sagt Angela Kühner. Inzwischen wissen wir, dass die Zeit nach den traumatischen Erlebnissen entscheidend ist, wie Menschen solche Erfahrungen verarbeiten können.

Und hier sind wir alle gefragt. Nicht nur jetzt, wenn es um die Aufnahme von Menschen aus der Ukraine geht, sondern auch in der Begleitung von Menschen, die aus anderen Kriegs- und Krisengebieten zu uns fliehen oder von Menschen, die in ihrem eigenen sozialen Umfeld, in Familien oder Institutionen Gewalt erleben müssen.
Fachkonferenz Kollektive Traumata
Es geht darum Menschen als Menschen zu begegnen, sichere Räume zu schaffen, Gemeinschaft und Verbindungen zu knüpfen und Menschen zu ermöglichen, wieder die Kontrolle über das eigene Leben zurück zu gewinnen.

Traumatische Erfahrungen sind keine individuellen Erfahrungen. Sie sind häufig nur möglich, weil das Umfeld und die Gesellschaft wegschauen und Gewalt zulassen, wie in Familien. Und ebenso sind auch immer die Gemeinschaft und das Umfeld gefragt, wenn es darum geht, Erlebnisse zu verarbeiten. 
Wir wollen den Blick auf die kollektive Dimension von Traumata und ihrer Bearbeitung verstärken. Am 23. und 24. November veranstalten wir deshalb eine Fachkonferenz auf dem Labenbachhof in Ruhpolding. Die Fragestellung: "Kollektive Traumata - kollektive Resilienz - taugen therapeutische Konzepte zur Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte?" wollen wir aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, diskutieren und anhand von internationalen Praxisbeispielen aus unserer Arbeit suchen, was heilsam sein kann. Herzliche Einladung dazu - mehr Informationen finden Sie hier.

Martina Bock

Aktuelle Seminarangebote
Für Interessierte und Menschen aus helfenden Berufen bieten wir vom 20.-21. Mai 2022 in Nürnberg ein „Einführungsseminar Trauma“ an.

Es geht inhaltlich um grundlegende Erkenntnisse, was ein „Trauma“ ist und vor allem welche Folgen es haben kann. Dies ist ein Wissen, das nicht nur für Menschen in helfenden Berufen aus unserer Sicht unabdingbar ist, sondern es ist für alle wichtig, um sich selbst und die menschlichen Reaktionen auf schwere Belastungen im Leben zu verstehen und einordnen zu können.

Häufig wird durch traumatische Erfahrungen, die vielleicht nicht als solche erkannt werden, die vielleicht ganz unscheinbar daherkommen oder aber auch offensichtlich und deutlich sind - wie aktuell Fluchterfahrungen - das Leben von Betroffenen langfristig und nachhaltig negativ verändern. So können z.B. beschämende Momente, schlimme Unfälle im Kindesalter, Erkrankungen und natürlich Flucht- oder Gewalterfahrungen das Leben von Menschen bis ins Alter beeinflussen. Vielleicht tauchen immer wieder plötzlich schlimme Bilder auf, entstehen große körperliche Unruhe und Stress, vielleicht denken die Menschen ihr Leben lang, sie sind nicht normal, weil sie schreckhafter, misstrauischer, ängstlicher, kontrollierender, trauriger als andere sind. Dabei kann gut geholfen werden, wenn rechtzeitig ein anderer erkennt und erklärt, dass es sich um eine traumatische Folgereaktion handelt, eine normale Überlebensreaktion unseres Körpers.

Dass so viele Menschen wie möglich traumabedingte Reaktionen erkennen, einordnen und helfen können, ist unser Anliegen. Wir sind überzeugt, dass Traumawissen menschliches Grundwissen sein sollte. Mit diesem Einführungsseminar wollen wir unseren Beitrag dazu leisten. Jede und Jeder ist willkommen!

Auf dem Einführungsseminar haben Sie die Möglichkeit, sich dem Thema Trauma anzunähern und unsere Arbeitsweise kennenzulernen. Vielleicht interessieren Sie sich auch für unser Trauma-Fortbildungscurriculum.

Am 06. April 2022 bieten wir von 10:00 bis 16:00 Uhr einen Supervisionstag für traumaspezifische Fallsupervision in Nürnberg an. Dieses Angebot richtet sich an pädagogische und therapeutische Mitarbeiter:innen, die mit Menschen mit traumatischen Erfahrungen arbeiten. Unser Angebot richtet sich an alle, die bereits Traumafortbildungen besucht haben und ihre Arbeit traumaspezifisch reflektieren möchten. Wir tun dies im Gruppenkontext und bearbeiten, welche psychotraumatologische Dynamik den Fallbeispielen zugrunde liegen könnte und besprechen, welche traumapädagogischen und/oder traumatherapeutischen Methoden in der weiteren Begleitung angezeigt wären. Nähere Informationen und Anmeldung unter fortbildung@wings-of-hope.de

Regina Miehling
Fort-, Weiterbildungs- und Supervisionsangebote 2022
"Deeskalation und Selbstschutz in der sozialen Arbeit"
Fortbildung für Mitarbeiter:innen in sozialen Arbeitsfeldern.

23. Juni 2022, 10:00 - 18:00 Uhr, Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos
19. Oktober 2022, 10:00 - 18:00 Uhr, Haus eckstein / Nürnberg | mehr Infos

Einführungsseminar Trauma
Für Interessierte und Menschen in helfenden Berufen.

20. - 21. Mai 2022, Haus eckstein / Nürnberg | mehr Infos
23. - 25. September 2022, Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos

Refresher - Fortgeschrittenenseminar
„Körper-Seele-Trauma und Wege der Heilung“
Für Traumapädagog:innen und Traumatherapeut:innen aus Deutschland, Kurdistan-Irak, Palästina, Brasilien und El Salvador.

28. Juni - 02. Juli 2022, Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos

"Kunst in der Traumaarbeit" - Ressourcenorientierte und kunsttherapeutische Ansätze zur Unterstützung traumasensibler Arbeit
Für (angehende/ausgebildete) Traumapädagog:innen, -berater:innen und -therapeut:innen, die ihr Wissen durch die Erkenntnisse und Methoden der ressourcenorientierten Kunsttherapie ergänzen möchten.

16. - 18. November 2022, Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos

Auffrischungsseminar "Kunst & Trauma"
Für bisherige Teilnehmer:innen des Seminars "Kunst in der Traumaarbeit", die ihr bereits erworbenes Wissen in diesem Bereich auffrischen und vertiefen möchten.

19. November 2022; 10:00 - 18:00 Uhr, Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos
Fachkonferenz "Kollektive Traumata - Kollektive Resilienz"
Für Fachleute aus dem deutschsprachigen Raum: Trauma-Fachleute, Mitarbeiter:innen aus NGOs und der Entwicklungszusammenarbeit, interessierte Öffentlichkeit.

23. - 24. November 2022, Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos
„Trauma-Fortbildungscurriculum für Traumapädagigik, Traumaberatung, Traumatherapie 2022-2024“
Für alle Fachkräfte in sozialen Arbeitsfeldern, die sich mit Symptomen oder den Traumafolgestörungen von traumatisierten Menschen auseinandersetzen und interessiert sind Werkzeuge zu erlernen, um ressourcenorientiert und traumasensibel damit umzugehen.

8-Modulige Fortbildungsreihe 2022 - 2024, Beginn 1. Modul: 05. - 08. Dezember 2022
Haus eckstein / Nürnberg und Labenbachhof / Ruhpolding | mehr Infos

Traumazentrierte Fallsupervision
Für alle, die in pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern auf Menschen mit traumatischen Erfahrungen treffen bieten wir professionelle Supervision an.

06. April 2022, Haus eckstein / Nürnberg oder nach Anfrage | mehr Infos

… zu finden hier, Rubrik ‚Seminare‘ und ‚Weiterbildungen‘.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen!
Und wenn Sie weitere Interessierte kennen, die Sie für das Thema Trauma und Weiterbildungen gewinnen können, leiten Sie diese Nachricht bitte gern weiter.
Vielen Dank!
Imke Mentzendorff, Maid Alić, Atran Youkhana
aus der WoH Geschäftsstelle in München
Martina Bock, Regina Miehling und Lucija Lukić Holjan aus den WoH Büros in Nürnberg und in Ruhpolding
Trauma heilen, Frieden stiften, Versöhnung leben.
Wir danken herzlich den Spender:innen und Zuschussgeber:innen,
ohne die unsere Arbeit nicht möglich ist. Weiteres erfahren Sie hier.
Absender des Newsletters: Stiftung Wings of Hope Deutschland, Bergmannstraße 46, 80339 München
Tel: 089-50808851 | info@wings-of-hope.de | www.wings-of-hope.de

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