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Stiftung Wings of Hope
Aktuelles
14.09.2021
Liebe:r Freunde und Ehrenamtliche,
liebe Interessierte an der TRAUMAarbeit,
wir genießen wieder ein Stück Normalität. Hatten Sie einen erholsamen, schönen Sommer? Die Wärme und mehr Kontaktmöglichkeiten halfen vielen von uns, sich wieder freier zu fühlen.

In diesem Newsletter werfen wir wieder einen Blick auf die Situation der Kinder und Jugendlichen. Wie können wir sie unterstützen, mit den Erfahrungen der letzten Monate umzugehen? Wir haben Anfang August Ressourcentage für Kinder durchgeführt: „Kleine Weltentdecker auf der Suche nach ihren Schätzen“.

Das Jugendnetzwerk hat sich in München und in Ruhpolding getroffen und sich intensiv mit der aktuellen Situation und der Zukunft auseinandergesetzt. Diese Tage haben allen gezeigt, wie wohltuend und bereichernd Gemeinschaft und persönliche Begegnung sein können.

Wir sind weiterhin zuversichtlich, im Herbst unsere geplanten Seminare und Fortbildungen durchführen zu können. Einen Ausblick auf anstehende Seminare und Fortbildungen stellen wir im letzten Abschnitt des Newsletters vor. Wir freuen uns auf persönliche Begegnungen mit Ihnen und euch!
Unsere Ressourcentage mit Kindern aus Ruhpolding und Inzell
Drei Tage die inneren Schatzkisten füllen
Ressourcentage mit Kindern aus Ruhpolding und Inzell
Im Zeitraum vom 30. Juli bis zum 01. August hat die Stiftung Wings of Hope auf dem Labenbachhof in Ruhpolding zum ersten Mal die Ferienressourcentage für Kinder aus den Gemeinden Ruhpolding und Inzell durchgeführt. Zehn Kinder im Alter zwischen sieben und neun Jahren nahmen daran teil. In diesen drei Tagen konnten sie ihre Kraftquellen wieder (neu) entdecken, im unbeschwerten Spiel wohltuende Gemeinschaft erfahren und Freude, Lebenslust und Sicherheit spüren.

Für die Kinder waren diese Tage etwas ganz Besonderes, vor allem nach der Corona-Enge mit Homeschooling und Kontaktbeschränkungen. Miteinander erlebten sie in diesen drei Tagen spannende Abenteuer mit viel Bewegung in der Natur und kreativen Angeboten für drinnen und draußen. Ob mit geschlossenen Augen den unterschiedlichen Geräuschen im Wald lauschen, den Geruch der Bäume und Wiesen spüren oder barfuß entlang eines Seiles gehen, mit Fernglas und Fotoapparat ausgestattet die unterschiedlichsten Baum- und Tierarten entdecken oder beim Naturwerkzeug gestalten, einer gemeinsamen Schatzsuche, Fußball, Kooperationsspielen, malen, basteln, gemeinsamen Mahlzeiten und Gesprächen- immer und überall konnten sie miteinander lachen und hatten wirklich viel Freude und Spaß. Am letzten Tag fuhren alle erschöpft, aber sehr erfüllt und glücklich nach Hause.

„Ich fand es hier schön, dass alle so nett waren und dass ich so viele nette Menschen getroffen habe.“
„Ich habe hier viele neue Freunde gefunden und das finde ich super.“
„Ich war sehr gerne im Wald.“
„Ich hatte hier sehr viel Spaß und möchte nächstes Jahr unbedingt wiederkommen“.


… sind einige der Rückmeldungen, die wir bekommen haben.
Das hat uns, das durchführende dreiköpfige Fachteam, glücklich und zuversichtlich gemacht, dass unsere Begleitung nachhaltig wirksam geworden ist. Die Tage klangen aus mit einem gemeinsamen Grill- und Lagerfeuer-Abend mit den Kindern und ihren Eltern.

Lucija Lukić Holjan
Jugendnetzwerk für Dialog
Jugendnetzwerk für Dialog
Nach mehreren digitalen Treffen konnten sich die Teilnehmer:innen des Jugendnetzwerks im Sommer gleich zweimal persönlich treffen. Ende Juni nahmen sechs Jugendliche an einem Workshop in München teil. Das Thema Religionen war der Schwerpunkt. Symbole sollten den jeweiligen Religionen zugeordnet werden. Bei den Buchreligionen gelang dies noch sehr schnell. Bei Symbolen der weiteren Weltreligionen wurde länger diskutiert und Hilfe eingefordert.

„Wo finde ich Religion/Religiosität und Spiritualität in meiner unmittelbaren Umgebung?“ Der Rundgang durch den Park bot viele Möglichkeiten, Spiritualität und Religionen zu entdecken. Gerade die vielen Gemeinsamkeiten, die in der Religion zu finden sind, wurden von den Teilnehmer:innen herausgestellt.

Mitte Juli fand am Labenbachhof das nächste Treffen mit den Jugendlichen aus dem Netzwerk im Alter zwischen 16-19 Jahren statt. Ihre familiären Wurzeln sind in Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Kosovo, Kroatien und Nigeria. Das Wetter spielte anfangs mit und so wurde am Lagerfeuer gesungen und Geschichten erzählt.

Thema des Treffens war dieses Mal „Zukunftswerkstatt“.
Die Teilnehmer:innen näherten sich mit verschiedenen Methoden der Frage „In welcher Zukunft möchtest du leben?“. Der Einstieg in das Thema war eine Sammlung: "Was läuft aktuell schlecht? Was gefällt mir nicht?"

Jugendnetzwerk für Dialog
Schnell und zahlreich folgten die Antworten: Der Klimawandel, ungleiche Behandlung von Jungen und Mädchen, Sexismus, Fat-Shaming, Mobbing, Rassismus und zahlreiche weitere Punkte wurden genannt. Vier Flip-Charts Seiten füllten die Antworten. Um die Unzufriedenheit und Missstimmung anschließend nicht einfach stehen zu lassen, übten sie draußen „Lang-Schreien“, d.h. alle laufen am selben Punkt los und gleichzeitig muss geschrien werden. Man darf so lange laufen, wie man parallel schreien kann.

Durch diese Methode konnten die negativen Gefühle rausgebrüllt werden. Später ging es darum, seine „Wunschzukunft“ zu gestalten. Mit Hilfe von Collagen entstanden Bilder einer Wunschzukunft. Wie diese Zukunft erreicht werden kann, wurde heftig diskutiert. Nach diesem sehr intensiven Tag, an dem auch noch eine Wanderung im Regen durch den Wald stattfand, gab es einen entspannten Abend bei Karaoke und einigen spaßigen Runden Uno. Allen hat diese Auszeit gutgetan und die Themen werden sie weiterhin beschäftigen.
Das nächste Wochenende findet vom 08.-10.10. statt. Es sind noch Plätze frei!

Sofia Renner, Koordinatorin des Jugendnetzwerks

Welche Zukunft wollen wir?
Mit dieser Frage beschäftigten sich die Jugendlichen unseres Jugendnetzwerks in Deutschland - und sie stellten dabei fest: Es ist gar nicht so einfach, zu sagen, was ich will und wie ich mir die Zukunft vorstelle. Oft ist es viel leichter, sich zu ärgern, zu schimpfen und zu sagen, was ich nicht will.

Mit dieser Erfahrung sind die Jugendlichen nicht alleine. Auch in unserer Gesellschaft, in den Medien, in der Politik und Kultur steht das Negative im Mittelpunkt. In der Literatur und im Kino sind eher Weltuntergangsszenarien und Apokalypsen angesagt. Positive Zukunftsbilder finden sich kaum. Und es stimmt: Viele der aktuellen Nachrichten erschrecken - Klimakatastrophe und Gewalt bedrohen die Zukunft. Da wollen wir uns vielleicht eher die Augen zuhalten, statt hinzuschauen. Viele Menschen fühlen sich von den Berichten so niedergedrückt, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen können, dass wir daran etwas verändern können.

Dies kennen wir auch aus der Traumaarbeit. Menschen kommen mit Schreckensbildern und können sich nicht vorstellen, dass die Zukunft Gutes bereithält. Ein Teil der Beratung und Therapie ist es dann auch, mit den Betroffenen positive Zukunftsbilder zu entwickeln. Es geht darum, Gegenbilder zu den Schreckensbildern zu finden, wie es Luise Reddemann benennt. Es geht darum, das Schwierige anzuerkennen und sich trotzdem Veränderung zuzutrauen. In der Beschäftigung mit traumatischen Erlebnissen arbeiten wir auch mit negativen Überzeugungen, die jemand über sich selber hat. Denn das traumatische Erleben von Ohnmacht und Ausgeliefertsein führt zur Überzeugung: Ich bin hilflos, ich bin ausgeliefert, es ist aus.

„Was würden Sie lieber über sich denken wollen?“ so frage ich dann und unterstütze dabei positive Aussagen - sagen und denken zu können: Ich bin stark und mutig, ich kann etwas tun, ich bin es wert, geliebt zu werden.

Es lohnt sich, dies einmal mit unserer Zukunftsvision zu machen: Welche Zukunft würde ich mir lieber vorstellen als Schrecken und Untergang? und was kann ich dafür tun?

„Statt Apokalypse: Zukünftigkeit.
Statt ohnmächtig machendem Lamento: Selbstermächtigung.
Die Welt ist zum Verändern da, nicht zum Ertragen.“

So formuliert es der Soziologe Harald Welzer. Es ist an der Zeit, dies zu üben - positive Bilder entwickeln, gemeinsam nachdenken und uns austauschen, wie es sein könnte und was wir dazu beitragen können.

Martina Bock

Seminare und Fortbildungen im Herbst 2021
Voller Zuversicht freuen wir uns darauf, unsere geplanten Seminare und Fortbildungen im Herbst durchzuführen und uns im persönlichen Miteinander mit den vielseitigen und vielschichtigen Aspekten rund um das Thema Trauma(arbeit) zu beschäftigen. Anmeldungen sind für alle Angebote noch möglich.

Nach der Sommerpause im Programm haben wir das Seminar „Du verhältst Dich normal, für das, was Du erlebst hast“. Dies ist ein Vertiefungsseminar für Traumapädagog:innen und alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die von traumatischen Erfahrungen aus der Bahn geworfen wurden. Wie man diese verletzten Kinderseelen unterstützen kann und ihnen helfen kann, mehr Selbstwirksamkeit zu empfinden, sind die zentralen Inhalte dieser vier Seminartage vom 27.-30. September 2021 auf dem Labenbachhof in Ruhpolding (Seminarflyer).

Einführungsseminar Trauma – für Interessierte und Menschen aus helfenden Berufen
Auch in diesem Herbst bieten wir dieses, aus unserer Sicht so wichtige Wochenendseminar vom 08.-10. Oktober 2021 auf dem Labenbachhof an. Inhaltlich geht es um die ganz grundlegenden Erkenntnisse und Informationen darüber, was ein „Trauma“ ist und vor allem, welche Folgen es haben kann. Dieses Wissen ist nicht nur für Menschen in helfenden Berufen unabdingbar, sondern aus unserer Sicht für alle Menschen wichtig, um sich selbst und die „normalen“ Reaktionen auf schwere Belastungen im Leben verstehen und einordnen zu können.

Bitte machen Sie Werbung dafür. Egal bei wem. Jede und Jeder ist willkommen!
Oder Sie kommen selbst! (Seminarflyer)

Zum zweiten Mal bieten wir den Seminartag „Deeskalation und Selbstschutz in der sozialen Arbeit“ am 12. Oktober 2021 in Nürnberg an. Eingeladen sind Mitarbeiter:innen, die mit affektlabilen Kindern und Jugendlichen/Erwachsenen arbeiten und bindungsorientiertes / traumasensibles Deeskalieren und Sich-abgrenzen ganz praktisch gemeinsam üben möchten (Seminarflyer).

Am 15. Oktober 2021 findet in Nürnberg der Fachtag zum Thema „Traumasensible Seelsorge – Chancen und Herausforderungen einer christlichen Begleitung von Menschen mit traumatischen Erfahrungen“ statt. Der Tag stößt auf großes Interesse, Restplätze sind möglicherweise noch zu haben. (Flyer)

Hinweis für nächstes Jahr:
Im März 2022 werden wir ein weiteres Trauma-Fortbildungscurriculum in den Fachbereichen Traumapädagogik, Traumaberatung und Traumatherapie starten.

Diese Weiterbildung zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Trauma aus und nimmt sich Zeit, traumapädagogische und -therapeutische Methoden zu vertiefen. Das achtteilige Trauma-Fortbildungscurriculum wird von der Stiftung Wings of Hope in Kooperation mit dem Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen (zptn) durchgeführt und richtet sich an Fachkräfte in sozialen Arbeitsfeldern. Alle wichtigen Informationen sind im Flyer enthalten. Wir freuen uns über rege Nachfragen zum Curriculum oder werbende Unterstützung.

Regina Miehling

„Du verhältst Dich normal, für das, was Du erlebt hast“
Verletzte Kinderseelen unterstützen - Traumaarbeit mit Kindern - Pädagogik der Selbstbemächtigung
Vertiefungsseminar für angehende/abgeschlossene Traumapädagog:innen und Berater:innen
vom 27. - 30. September 2021 am Labenbachhof in Ruhpolding | mehr Infos

„Einführungswochenende Trauma“
Für Interessierte und Menschen in helfenden Berufen
vom 08. - 10. Oktober 2021 am Labenbachhof in Ruhpolding | mehr Infos

„Deeskalation und Selbstschutz in der sozialen Arbeit"
Fortbildung für Mitarbeiter:innen in sozialen Arbeitsfeldern
am 12. Oktober 2021, Haus eckstein in Nürnberg | mehr Infos
Fachtag „Trauma und Seelsorge“
Für Hauptberufliche und Ehrenamtliche in seelsorgerlichen Tätigkeitsfeldern in Diakonie und Kirche
am 15. Oktober 2021, Haus eckstein in Nürnberg | mehr Infos...

„… und er führte sie aus Finsternis und Dunkel - Trauma und Seelsorge“
3-teilige Fortbildungsreihe für Seelsorger:innen
09. - 12. November 2021, 04. - 07. April 2022
am Labenbachhof in Ruhpolding | mehr Infos

„Trauma Fortbildungscurriculum 2022 - 2024“
8-teilige Fortbildungsreihe für Interessierte und Menschen aus helfenden Berufen
Beginn im März 2022, Haus eckstein in Nürnberg und Labenbachhof in Ruhpolding | mehr Infos

… zu finden hier, Rubrik ‚Seminare‘ und ‚Weiterbildungen‘.


Wir wünschen Ihnen und euch viel Inspiration und Kreativität für den Herbst. Und wenn Sie weitere Interessierte kennen, die Sie für das Thema Trauma und Weiterbildungen gewinnen können, leiten Sie diese Nachricht bitte gern weiter. Vielen Dank!

Es grüßen herzlich
Imke Mentzendorff, Maid Alić, Atran Youkhana
aus der WoH Geschäftsstelle in München
Martina Bock, Regina Miehling und Lucija Lukić Holjan aus den WoH Büros in Nürnberg und in Ruhpolding
Trauma heilen, Frieden stiften, Versöhnung leben.
Wir danken herzlich den Spender:innen und Zuschussgeber:innen,
ohne die unsere Arbeit nicht möglich ist. Weiteres erfahren Sie hier.
Absender des Newsletters: Stiftung Wings of Hope Deutschland, Bergmannstraße 46, 80339 München
Tel: 089-50808851 | info@wings-of-hope.de | www.wings-of-hope.de

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